InnoCo - Innovation Communities
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation
Vorausschauende Identifikation von Schlüsseltechnologien
Ausgangssituation
Der globale Wettbewerb zwingt Unternehmen bei Forschung und Entwicklung, Fertigung und Vertrieb verstärkt auf tiefere Arbeitsteilung und Kooperation zu setzen. Innovationsnetzwerke haben sich dabei vielerorts als eine leistungsfähige Form der Kooperation bereits bewährt und werden durch die Entwicklungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt und in vielen Fällen sogar erst ermöglicht.
Die Innovationsforschung zeigt, dass der Erfolgsbeitrag von Innovationskooperationen an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist. So spielen neben der Komplementarität der Ressourcen und Kompetenzen und dem strategischen Fit auch atmosphärische und interaktionsbezogene Fragen wie gegenseitiges Vertrauen, konstruktive Konfliktlösung und funktionierende persönliche Beziehungen zwischen den Promotoren auf beiden Seiten eine zentrale Rolle.
Einen fruchtbaren Ansatz zur Erklärung erfolgreicher Innovationsnetzwerke liefert das Konzept der „Innovation Communities“. Darunter wird eine Gemeinschaft von gleich gesinnten Akteuren verstanden, die oft aus mehreren Unternehmen und verschiedenen Institutionen stammen und die sich aufgabenbezogen zusammenfinden um ein bestimmtes Innovationsvorhaben voranzutreiben.
Zielsetzung
Das Vorhaben InnoCo- Innovation Communities hat zum Ziel, die Rolle und den Erfolgsbeitrag verschiedener Typen von Innovation Communities für grundlegende Innovationen zu analysieren, ein auf verschiedene Branchen und Anwendungsfelder übertragbaren Konzeptes zur Entwicklung von Innovation Communities zu entwerfen sowie leistungsfähige Methoden und Instrumente zu entwickeln, die den Aufbau und die Entwicklung von Innovation Communities unterstützen. Neben einer repräsentativern Unternehmensbefragungen, Falluntersuchungen und der Analyse und Entwicklung von Methoden, umfasst das Vorhaben auch drei Praxisfelder, die sich mit der Initiierung und Entwicklung von Promotorennetzwerken beschäftigen. Die drei Praxisfelder sind allesamt im Bereich junger Technologien hochgradig (radikalen) Innovationen angesiedelt, da in ihnen aufgrund der technologischen, marktlichen und unternehmensspezifischen Unsicherheiten, der Zusammenarbeit von Herstellern und Anwendern eine zentrale Bedeutung zukommt. Das Vorhaben „Innovation Communities (InnoCo) verfolgt somit vier zentrale Ziele: Herausarbeitung der Rolle und des Erfolgsbeitrags verschiedener Typen von Innovation Communities im Entstehungs- und Durchsetzungsprozess grundlegender Innovationen. Entwicklung eines auf verschiedene Branchen und Anwendungsfelder übertragbaren Konzeptes zum Aufbau und zur Entwicklung von Innovation Communities. Identifizierung und Entwicklung leistungsfähiger Methoden und Instrumente, die den Aufbau und die Entwicklung von Innovation Communities unterstützen. Aufbereitung der Forschungsergebnisse und der entwickelten Methoden und Tools für Qualifizierungsmaßnahmen und einen breiten Transfer- und Verwertungsprozess.
Praxisfelder
Praxisfeld Erneuerbare Energien am Beispiel der Farbstoffsolarzelle
Aufbau und Etablierung einer leistungsfähigen Innovation-Community zur Kommerzialisierung und Vermarktung von Farbstoffsolarzellen mit zwei Schwerpunkten:
- Aufbau einer Wertschöpfungs-Community: Aufbau eines stabilen und zuverlässigen Netzwerkes aus Herstellern und Zulieferern von zentralen Technologien und Komponenten der Farbstoffsolarzelle
- Entwicklung einer Hersteller-Nutzer-Community: Ausbau eines Netzwerkes von potenziellen Anwendern und Nutzern von Farbstoffsolarzellen (Architekten, Planern, Bauherren) zur Realisierung erster Anwendungen und Pilotvorhaben aus Farbstoffsolarzellen
Stärkung der deutschen und europäischen Innovation-Community zu Farbstoffsolarzellen gegenüber konkurrierenden Forschungskonsortien in Asien und Australien
Praxisfeld IKT am Beispiel des Innovationszentrums für vernetzte konvergente Systeme
Förderung und Weiterentwicklung offener, geräteübergreifender Standards und Schnittstellen für elektronische Endgeräte im Haushalt,
Entwicklung und Integration von horizontalen und vertikalen Diensten im Haushalt für die Felder: Gesundheit und Homecare, Soziales Umfeld und Kommunikation, Entertainment, Information und Bildung, Sicherheit und Komfort, Versorgung und Hausarbeit (Energieeffizienz))
Erschließung des Marktes für vernetzte Dienste insbesondere für KMU
Partner
Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH, Berlin (Verbundkoordinator)
Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT), Universität Stuttgart
Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Lehrstuhl für Allg. BWL, Marketing und Innovationsmanagement
InTraCoM GmbH, Stuttgart
Auftraggeber
Das Vorhaben wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.
Der Forderschwerpunkt "Innovationsstrategien jenseits traditionellen Managements" ist eingebettet in das Programm "Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt".
Begleitet wird das Vorhaben durch den Projektträger im DLR im Bereich „Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen“.


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